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Sieben Wochen in São Paulo

 

Der Austausch begann mit dem siebenwöchigen Besuch der brasilianischen Austauschschüler in Deutschland im Winter, es war eine Zeit mit viel Schnee, Spaß und vielen neuen Erfahrungen.

Vier Monate später machten wir uns dann selbst auf den Weg nach Brasilien. Nach dem zwölfstündigen Flug und etwas Wartezeit am Flughafen in São Paulo sahen wir endlich das erste Mal unsere Gastfamilien. Auf der Fahrt nach Hause bekamen wir schon einen Eindruck von der riesigen Stadt und den großen Elendsvierteln. Nachdem wir gerade eine Nacht in unserem neuen Zuhause geschlafen hatten, stand am nächsten Tag schon gleich die erste große Reise mit einigen anderen deutschen Austauschschülern nach Salvador de Bahia an. Drei Stunden Flug und wir erlebten das Brasilien, wie es sich jeder vorstellen würde. Wunderschöne, lange Strände, Palmen, brasilianische Lebensfreude und natürlich strahlender Sonnenschein. Außerdem kamen wir das erste Mal in den Genuss von typisch brasilianischem Essen, welches teilweise etwas ungewohnt, aber fast immer sehr lecker war. In Salvador wurde gerade das Volksfest São João gefeiert: Bunte Straßen, viel Musik und typisch brasilianische Tänze. Den „Kampftanz" Capoeira haben wir mit einigen Brasilianern selbst ausprobiert, aber wir Deutschen waren dabei eindeutig unbeweglicher. Auf der Weiterfahrt zum Strandort Praia de Forte sind wir an einem kleinen Dorf am Meer vorbeigekommen, in dem bis heute nur Hippies wohnen. Zwei Tage Strandurlaub und dann ging es schon wieder zurück nach São Paulo.
Von Ausruhen durfte aber keine Rede sein, denn nach einer zweiten Nacht im Gastzuhause stand die nächste große Reise an. Diesmal hieß es Bus fahren, Bus fahren, Bus fahren bis nach Tiradentes, einem kleinen, aber bedeutenden Dorf für die Geschichte Brasiliens. Diese kleine Bergstadt war ganz anders als das Brasilien, was wir bis dahin gesehen hatten, aber auch sehr schön. Brasilien ist vielseitig! Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Ouro Preto, wo wir unter anderem mit einer etwas abenteuerlichen Bahn steil in eine Goldmine fuhren. Weil diese Stadt nicht so groß ist, konnten wir sie alleine erkunden und stießen dabei auf einige kleine Läden mit Schmucksteinen und anderen Kleinigkeiten, perfekt für Mitbringsel nach Hause. Als wir zum Verstehen der Essenskarte in einem kleinen Restaurant versuchten, dem Kellner Fragen auf Portugiesisch zu stellen, verstand er uns nicht und konnte uns nur pantomimisch vormachen, um welche Tiere es sich handelte. So sind Brasilianer: egal in welchen Situationen, sie sind immer lustig und hilfsbereit.

Weiter ging unsere Busfahrt, endlich nach Rio de Janeiro. Wir fuhren mit einer Seilbahn auf den Zuckerhut, auf dem wir eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt hatten. Am nächsten Tag hatten wir leider nicht so viel Glück, auf dem Corcovado bei der Christusstatue sahen wir von der Stadt leider nichts, nur Wolken. Natürlich durfte auch die Copacabana nicht fehlen, an der wir im Atlantik badeten und Erfahrungen mit den riesigen Wellen machten.

 

Nach drei Tagen hieß es Abschied nehmen von Rio, einer Stadt, die wir nun liebten. Auf dem Weg nach Hause machten wir noch Halt an der Küste für eine Schonerfahrt, die für uns ein unvergessliches Erlebnis wurde. Mit einem Segelboot ging es zu einer kleinen, wunderschönen, verlassenen Insel mit Palmen, Papageien und Stränden. Der perfekte Abschluss für unsere zweite Fahrt.

Nachdem wir zwei Wochen unterwegs gewesen waren, konnten wir nun das Leben in den Familien kennen lernen und etwas mit unseren Austauschschülern unternehmen. Manche von uns sind mit ihren Familien nach Foz do Iguaçu zu den Wasserfällen, nach Fortaleza oder zu einem anderen Strand gefahren. Dabei ergaben sich auch immer wieder lustige Situationen, da unsere Gasteltern zum Teil nur Portugiesisch gesprochen haben und man sich mit Englisch nicht viel weiterhelfen konnte. Aber zum Schluss haben wir schon sehr viel verstanden und konnten dann mit Händen und Füßen antworten.
Unsere Familien haben sich während der gesamten Zeit immer sehr viel Mühe gegeben.

In São Paulo sind wir im Shoppingcenter in Morumbi gewesen oder haben Paintball gespielt. Da es in den Shoppingcentern immer ein Kino gibt, waren wir auch in einem Film. Natürlich auf Englisch.
Für uns war neu, dass wir nicht einfach aus dem Shoppingcenter herausgehen durften, wenn wir das wollten. Wir wurden in der Tiefgarage von unseren Gasteltern abgesetzt und wurden auch genau dort wieder abgeholt, damit uns nichts passieren konnte. Bei manchen von uns standen auch vor den Häusern oder Wohnungen, in denen wir gewohnt haben, immer Security-Leute, die aufgepasst haben, wer in das Haus kommt.

Auch das Nachtleben von São Paulo konnten wir einige Male miterleben. Die Clubs und Diskos haben uns allen eigentlich ganz gut gefallen.

 

Mit den anderen Austauschschülern, die wir ja schon auf unseren Reisen kennen gelernt hatten, haben wir uns häufig getroffen, manchmal auch einfach zufällig im Ibirapuera-Park beim Fahrrad fahren. Manche haben wir hier in Deutschland schon wiedergetroffen, auch wenn sie nicht aus Stadthagen kommen.

Nachdem wir nun vier Wochen nur mit unseren Gasfamilien und Austauschschülern hatten, gab es in unserer letzten Woche in São Paulo noch ein Programm der Schule. Wir besuchten ein Schlangeninstitut, ein paar Museen und machten eine Stadtführung, bei der wir auf die Plattform des höchsten Gebäudes der Stadt gingen und eine wundervolle Aussicht über São Paulo hatten. Die Hochhäuser reichten bis zum Horizont.

An einem anderen Tag haben wir das Hilfsprojekt Santa Fé besucht, das auch durch Spenden unserer Schule unterstützt wird. Die Kinder, die dort leben, kommen aus armen Verhältnissen und deshalb haben wir einige Spielsachen mitgebracht. Die Kleinen wollten das Spielzeug gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr haben sie sich gefreut. Sie waren sehr freundlich und haben uns ihr ganzes Haus gezeigt. Wir machten einige Spiele und dann mussten wir leider schon wieder fahren.
Dieser Austausch war für uns alle ein unvergessliches Erlebnis. Wir haben eine Menge neuer Erfahrungen gemacht und vor allem Brasilien, seine Kultur und Lebensweise entdeckt. Am liebsten wären wir noch länger dort geblieben.

Lisa Brunkhorst. Sara Biering, Daniela Loell

Der Chinesenbart

RGS-Schüler nehemen an der Junior-Science-Olympiade teil

 

Nina Dopeheide aus der Klasse 6 des Ratsgymnasiums Stadthagen weiß, dass man nicht nach China fahren muss, um einen Chinesenbart zu sehen, sondern dass die Betrachtung einer heimischen Rotbuche ausreicht, um einen solchen zu finden. Wie etliche andere Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 6 - 8 hat sich Nina im Rahmen der Teilnahme an der 9. Internationalen Junior Science Olympiade (kurz IJSO) intensiv mit dem Thema "Holz gefällt!?" beschäftigt und dabei Chinesenbärte vermessen, skizziert und sich mit deren Entstehung befasst. In weiteren Experimenten untersuchten die Schüler modellhaft den Bruch von Ästen unter Schneelast oder die Wasserversorgung eines Baumes im Winter. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 und 8 nahmen im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts Biologie und Chemie an diesem Wettbewerb teil und wurden von ihren Fachlehrerinnen Gabriele Kynast und Antje Herrlich betreut. Nina selbst, die der Fordergruppe des Jahrgangs 6 unter der Leitung von Tobias Warner angehört, stellte sich mit ihrer Gruppe diesen Aufgaben. Vier Schüler qualifizierten sich für die zweite Runde.
Die Klausur mit Aufgaben aus den Bereichen Biologie, Chemie und Physik liegt nun schon hinter ihnen. Bundesweit haben sich in diesem Jahr knapp 1900 Schülerinnen und Schüler an der IJSO beteiligt, 467 Schülerinnen und Schüler haben die zweite Runde erreicht. 18 Schülerinnen und Schüler, die 12 Jahre oder jünger sind und sich für die zweite Wettbewerbsrunde qualifiziert haben, werden vom 24.-27. Juni zu den Junior Forscher Tagen nach Mainz eingeladen. Auch Ann-Sophie Schlegel (Klasse 8 am Ratsgymnasium) wird im Juni nach Mainz fahren und Experimente zur Chemie der Farben machen.
Schulleiter Heinrich Frommeyer beglückwünschte alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler und überreichte ihnen ihre Teilnahmeurkunden. In seiner kurzen Ansprache betonte er, dass es wichtig sei, neben seinen Zeugnissen schon frühzeitig ein persönliches Portfolio anzulegen. Dies zeige die besonderen Interessen eines jeden Schülers neben den normalen schulischen Leistungen und könne dazu beitragen, später bei Bewerbungen Pluspunkte zu bekommen. Abschließend ermutigte er sie, auch weiterhin diesen Weg zu beschreiten.

Erfahrungsbericht einer Schülerin des RGS

 


Machu Picchu

Am 3. Januar war es endlich soweit. Die deutschen Schülerinnen und Schüler konnten ihre schon freudig erwarteten Austauschgeschwister an einer Autobahnraststätte in der Nähe von Hannover abholen.
Was zuvor geschah: Interessierte Familien hatten sich bei der Organisation CAPA - Centro de Amistad Peruano Alemán, dem deutsch-peruanischen Freundschaftskreis - angemeldet und hofften, für zwei Monate einen Gast zugeteilt zu bekommen. Nachdem die CAPA bekannt gegeben hatte, wer nun vom 03.01.09 bis zum 04.03.09 mit einem weiteren Familienmitglied rechnen konnte, erhielten die auserwählten deutschen Familien einen Brief ihres Austauschpartners. Darin beschrieb dieser seinen Tagesablauf, seine Interessen, Freunde, Familie etc. Nun konnten auch die deutschen Schülerinnen und Schüler einen Brief schreiben und per E-Mail Kontakt zu der peruanischen Familie aufnehmen.

Nachdem die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre neuen Geschwister in Empfang genommen und erste Worte gewechselt hatten, waren noch einige Tage Ferien, um sich mit ihnen anzufreunden. In dieser Zeit waren alle bemüht, sich an die neue Situation zu gewöhnen, was auch im Großen und Ganzen gelang. Natürlich besuchten die Peruaner auch die Schule und nahmen am Unterricht der Klassen ihrer Austauschpartner/innen teil. Daniela begleitete Nathalie im Unterricht der 9. Klasse.

Nach ungefähr einem Monat gab es ein großes Treffen mit allen peruanischen Austauschschülerinnen und -schülern sowie ihren deutschen Gastfamilien. Dort diskutierten vor allem die Jugendlichen miteinander, wie es ihnen mit ihrem neuen Geschwisterteil ging, ob sie sich verstanden und was sie in ihrer Freizeit miteinander unternahmen. Es wurden Fotos von Schülerinnen und Schülern gezeigt, die den Gegenbesuch nach Peru schon letztes Jahr angetreten hatten. Nun war bei den Deutschen die Vorfreude auf die Reise in das Heimatland ihrer Austauschpartner noch größer.
Nach diesem Treffen verbrachten die Mädchen und Jungen aus Peru noch einen weiteren Monat in Deutschland. In diesem Monat interessierten sie sich natürlich auch für das Nachtleben in den deutschen Diskotheken, für die Filme in den Kinos und für Konzerte deutscher Bands.

Doch leider verging die Zeit wie im Flug und nach zwei Monaten, in denen sich alle angefreundet und gegenseitig ins Herz geschlossen hatten, musste man sich am Flughafen in Hannover verabschieden. Der Abschied verlief zwar tränenreich, dennoch herrschte Vorfreude auf den Gegenbesuch der deutschen Schülerinnen und Schüler in Peru, der in den folgenden Sommerferien stattfinden sollte.

 


Innenstadt von Lima

Der Gegenbesuch

Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit flog ich, organisiert von CAPA, mit einer kleinen Gruppe deutscher Schüler nach Lima, Peru.
Dort hatten wir die Möglichkeit, für zwei Monate in einer Gastfamilie zu leben und mit der Gastschwester bzw. dem Gastbruder zur Schule zu gehen. Unsere Austauschpartner kannten wir bereits, da sie Anfang des Jahres schon zwei Monate mit uns in Deutschland verbracht hatten.
Wir wurden alle herzlich von unseren Gastfamilien am Flughafen empfangen und fuhren anschließend in unser vorübergehendes, neues Zuhause. Nach zwei Tagen Eingewöhnungszeit gingen wir zur Schule, wo wir ebenfalls sehr herzlich empfangen wurden. Wir machten nach ca. einem Monat einen 5-tägigen Ausflug nach Cusco und besuchten unter anderem eines der sieben neuen Weltwunder, den Machu Picchu. Anschließend flogen wir für 5 Tage in einen Urwald, Puerto Maldonado. Dort konnten wir Piranhas fischen und Kaimane mit der Hand selbst fangen. Außerdem waren dort viele Tiere zu bestaunen, die man in Deutschland nicht so oft sieht, wie zum Beispiel eine Tarantel. Nach diesen zwei Ausflügen kehrten wir zurück zu unseren Gastfamilien, die sehr viel Energie investierten, um uns alles Mögliche von Lima zu zeigen.
Sehr schnell waren die zwei Monate um und der Abschied fiel den Gastfamilien und uns am Flughafen sehr schwer.

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