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You´ll Never Die Alone

Plakat HQ naturgrnDie Musik-Theater-AG des Ratsgymnasiums inszeniert das mittelalterliche Nationalepos „Die Nibelungen“ im Schwebezustand zwischen Mittelalter und Neuzeit, zwischen gestern und heute. Am 5.3., 6.3. und 7.3. um 19.30 Uhr in der Aula des RGS.

Es war einmal vor achthundert Jahren. Aber es ist nicht wichtig, wann es war. Es war. Am Hof zu Worms im Land der Burgunden regierten der Königsschwächling Gunther und die Langeweile und Ideenlosigkeit: Gute Zeiten für Helden! Siegfried kommt – nachdem er den unbesiegbaren Drachen besiegt und den sagenhaften Hort gewonnen, die männermordende Brünhild verschmäht hat - nach Worms. Denn er will - im Selbstverständnis des ewigen Gewinners - die schönste Frau der Welt, Kriemhild, die Schwester Gunthers, heiraten. Und so kommt es zu jenem verhängnisvollen Geschäft zwischen Siegfried und Gunther (bzw. dem eigentlichen Herrscher Hagen), welches das Unmögliche möglich macht: Du gewinnst mir Brünhild und ich gebe dir Kriemhild. Aber die Frauen spielen nicht so richtig mit. Die Geheimnisse der Hochzeitsnacht eskalieren in Eifersuchtsdrama und politischem Skandal, der außer Kontrolle gerät. Nun braucht es einen Sündenbock: Siegfried muss sterben von Hagens Hand. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Der Rest ist die Rache einer Frau an ihrer Familie. Denn nun soll Hagen sterben von Kriemhilds Hand: In einem Wirbelsturm der entfesselten Leidenschaften, aus Liebe und Hass, aus Gier und Rache löschen sich die Nibelungen am Ende gegenseitig aus.

Der Weg der Nibelungen in den Untergang, die Unabwendbarkeit der Katastrophe, zeigt uns Menschen, denen radikale, schreckliche Triebe zu eigen sind, denen die Vernunft und das Herz längst abhandengekommen sind. Dass das Eis, auf dem unsere Zivilisation fußt, dünn ist, Maßlosigkeit und Gewaltbereitschaft sehr gegenwärtig sind, das hat das Ensemble in der Beschäftigung mit dem Stoff erfahren und möchte aber diese Destruktivität mit viel Ironie und Witz und Abstraktion szenisch abbilden – um sie ertragbar erfahrbar zu machen.

Mit dem Nibelungen-Mythos wurde seit dem 19. Jahrhundert über das "deutsche Wesen" nachgedacht. In einer Zeit, in der Nationalismen wieder Konjunktur bekommen, ist das Stück für die RGS-Theatergruppe auch die Möglichkeit, ihr Verhältnis zum Deutschsein zu diskutieren und die Attraktivität von Gruppenidentifikationen zu untersuchen: Ist es schön oder gefährlich, Teil einer Mannschaft, einer Gemeinschaft, einer Nation zu sein?

Nach den viel gelobten Aufführungen von Romanklassikern des frühen 20. Jahrhunderts („Der große Gatsby“ und „Schöne neue Welt“) sowie dem Komödienklassiker Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ im vergangenen Jahr wendet sich die Musik-Theater-AG in diesem Jahr also dem Nationalepos der Deutschen zu. Die Gruppe inszeniert die Heldentragödie mit einem über 30-köpfigen Schauspielensemble und einer Live-Band, die Elemente Musik und Choreographie spielen wie schon in den vergangenen Jahren eine große Rolle: Das mittelalterliche Nibelungenlied wird hier zum Schauspiel-Musik-Tanz-Song, inhaltlich zur (Anti-)Helden-Hymne, zur Fußball-Fan-Fanfare, zum Kneipen- und zum Klagelied. Der Nibelungenstoff ist über achthundert Jahre alt. Und dennoch auf der RGS-Bühne ein lebendiger, aktueller Stoff über Liebe und Hass, Macht und Ohnmacht, über die problematische Faszination des Gruppenerlebnisses, über Untreue im Leben und Treue im Tod: You´ll never die alone!

Karten kosten 9 Euro (ermäßigt 6 Euro) und können an der Abendkasse, in der Schule vor dem Schulsanitätsraum sowie im iPunkt/Stadthagen gekauft werden.

 

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