Multivision RedUSE

Im RGS am 23. Oktober 2017

Zum vierten Mal war Multivision e.V. dank des engagierten Einsatzes unseres Umweltbeauftragten Dr. Petra Sittig bei uns an der Schule. Diesmal mit einem neuen Programm: „RedUse“. Fokus war unser Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten. Die 200 Schülerinnen und Schüler des 8. und 9. Jahrgangs hatten sich bereits am Europatag im Juni mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, und die damals formulierten Fragen und Gedanken sind immer noch auf den bunten „ökologischen Fußabdrücken“ in der Aula nachzulesen. Dass der nachhaltige und verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ein wichtiges Thema unserer Schule ist, machte auch unsere Schulleiterin, Frau Hasemann, gleich zu Beginn der Veranstaltung sehr deutlich: Sie zählte einige erschreckende Beispiele aus den Medien für Armut, Krieg und Flucht, Überschwemmungen, Hunger und Dürre auf. Die Veranstaltung sei wichtig und die Erkenntnisse daraus seien wertvoll – schön, dass sie möglich wurde. Die Schulleiterin bedankte sich dafür bei den Sponsoren der Veranstaltung, also bei der Sparkasse Schaumburg, der Abfallwirtschaft Schaumburg und der Bürgerstiftung Schaumburg, durch deren großzügiges Sponsoring sie überhaupt erst möglich geworden war. Die Bürgerenergiewende Schaumburg e.V. überreichte aus diesem Anlass der Schule das Buch „Ökoroutine“ von Michale Kopatz für die Schülerbücherei. Und dann ging es los: Was heißt eigentlich RedUse? Die Schülerinnen und Schüler kamen selbst sehr schnell darauf, was dieses Kunstwort bedeutet. Es geht um die Reduktion des Ressourcenverbrauchs, um Recycling, um Wiederverwendung. Aber natürlich geht es nicht nur um den ökonomischen Aspekt, um den Verbrauch und die wachsende Nachfrage von nicht nachwachsenden Rohstoffen, die ja nur begrenzt vorhanden sind. Es geht ebenso um die daraus resultierenden ökologischen Probleme wie Wasserverschmutzung, Müll und Klimaschutz. Vor allem stellt sich dann letztendlich die Frage nach sozialer Gerechtigkeit. Dies machte der Moderator von „RedUse“, Jonas Lass, sehr anschaulich deutlich, als er 25 Prozent der Anwesenden in der Aula aufstehen ließ – das seien diejenigen, die 75 Prozent der Ressourcen verbrauchten. Anschließend standen die restlichen 75 Prozent auf, denen wiederum aber nur 25 Prozent der Ressourcen zur Verfügung stünden. Ist das gerecht? Der Eingangsfilm zeigte dann sehr eindrucksvoll soziale Ungerechtigkeiten, wie z.B. Arbeit für Niedriglöhne, verschmutztes Wasser, Kinderarbeit im Bergwerk, wachsende Müllberge und vieles mehr. Dafür können die Menschen in den reichen Ländern für 4,50 Euro ein T-Shirt kaufen, das sie vielleicht nur einmal tragen und dann wegwerfen, oder sie bekommen jedes Jahr ein neues Handy. Ist das gerecht? Handys und die Ressourcen, die darin stecken, wurden dann vertiefend thematisiert und diskutiert. Viele Schüler/innen haben es schon gewusst, dass so viele wertvolle Stoffe in den Handys verarbeitet sind. Metalle, wie z. B. Gold, Silber, Kupfer, aber auch die sogenannten seltenen Erden (wie z. B. Tantal) sind nicht nur wertvoll, sondern teilweise auch so heiß begehrt, dass sie zu Kriegen und Armut in Entwicklungsländern führen. Der Kongokrieg ist dafür ein Beispiel (Krieg um Tantal = „Coltran“). Beeindruckend wurde dargestellt, dass der Ressourcenverbrauch in den letzten 20 Jahren fast schon explosionsartig in die Höhe geschossen ist. Die Ursachen wurden diskutiert, darunter die wachsende Bevölkerungszahl unseres Planeten (es sind etwa 7,5 Milliarden!), wohl aber auch die rasante technische Entwicklung bei Computern und Handys. Weil Ressourcen so wertvoll sind, sollte man sie nicht einfach wegwerfen, sondern möglichst umfassend recyceln. Eine Schülerin schlug vor, nicht jedes Jahr ein neues Handy anzuschaffen, sondern das Handy wenigsten 2 Jahre (oder länger) zu verwenden. Das würde doch auch schon dazu führen, dass weniger neue Ressourcen genutzt werden müssten. Die Jugendlichen erfuhren bei dieser Gelegenheit auch, dass es eine Handy-Sammelbox in der Mensa des RGS steht. Wie viele Zweit- und Dritt-Handys liegen in Schubladen? Ein Schüler zählte nach, wie viele das allein von den Anwesenden zugaben. Es waren viele Arme oben bei dieser Frage. Also: Bitte entsorgt Eure alten Handys künftig in die Handy-Sammelbox des NABU in der Mensa! Handys müssen zurück in den Ressourcenkreislauf! Der Gewinn aus diesen alten und wertvollen Handys kommt außerdem noch einem Renaturierungsprojekt an der Havel zugute. Vielleicht können wir ja noch mehr machen als „nur“ Handys zu recyceln! Jeder ist aufgefordert, für eine Welt von morgen verantwortungsvoll zu handeln. Obwohl - es mutet schon merkwürdig an, wenn ein Moderator darüber spricht, wie die Welt in 50 Jahren, also die Welt der Enkel der heutigen Schülerinnen und Schüler, wohl sein wird! Vorstellen kann sich das niemand. Aber darum geht es: Heute verantwortlich handeln, damit die Welt von morgen auch noch schön und lebenswert sein kann.

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