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Zwischen Göttern und Grazien

Bericht von der Griechenlandfahrt

 

 

Es ist kalt und dunkel an diesem Donnerstagmorgen. Eigentlich könnten wir alle noch mindestens zwei wohlverdiente Stunden schlafen. Doch die verheißungsvolle Wettervorhersage für Griechenland lässt diesen Keim der Unzufriedenheit schnell ersticken. Die ersten treffen am Haupteingang ein. Verhaltene Begrüßung - Müdigkeit herrscht vor. Wir verlassen (fast) pünktlich um fünf Uhr per Bus Stadthagen und halten Kurs auf Köln / Bonn Airport. Start einer der wohl traditionsreichsten Studienfahrten des Ratsgymnasiums Stadthagen - nach Griechenland, wo Götter und Grazien leben.

 

 

Wir erreichen unseren Germanwings-Flug nach Thessaloniki rechtzeitig. - Eine Tatsache, die an diesem Tag alles andere als selbstverständlich sein sollte. Jedenfalls wurde der Hinflug nicht langweilig und wir landeten wohlbehalten um 14:15 Uhr Ortszeit in Thessaloniki, dem Ausgangspunkt für unsere zweiwöchige Odyssee durch das schöne Land der Hellenen.
Per Bus geht es in das Stadtzentrum von Thessaloniki, wo der Besuch des dortigen Nationalmuseums auf dem Programm steht. Dort angekommen, türmt sich vor uns jedoch eine im Umbau oder Abriss begriffene (man weiß es nicht genau) Bauruine auf. Der wichtigste Teil der Ausstellung sei jedoch in ein anderes Gebäude verlagert worden - so zieht also eine "museumshungrige" Gruppe von mehr als 30 Leuten und Herrn Meyer vorne weg, hoch motiviert wie immer, durch die Straßen der Hauptstadt Makedoniens. Gegen 15:30 Uhr erreichen wir das Provisorium leider (oder doch zum Glück?) eine halbe Stunde zu spät. Einige befürchten ein schlechtes Omen für die Rundreise, doch das war es mit Sicherheit nicht. Denn Herr Meyer wäre nicht Herr Meyer, wenn er nicht auf Anhieb eine Alternative parat gehabt hätte. Also marschieren wir zu einer kleineren (!) byzantinischen Ausstellung und kommen doch noch zu unserem Museumsbesuch.
Im Anschluss daran ist Zeit für eigene Unternehmungen, wir erreichen gegen 20:30 Uhr unser Hotel außerhalb der Stadt. Mit einem 3-Gänge-Menü werden wir für die Strapazen des Tages entschädigt - nicht ahnend, was noch auf uns warten sollte...

 

 

Höhe: 2917 Meter über NN, der Aufstieg beginnt bei etwa 1100 Meter über NN, die Bergstation ist bei 2100 Meter über NN, 6 Stunden Zeit für Auf- und Abstieg. Zahlen, die gerade so erahnen lassen, welch dramatische Szenen sich beim Bezwingen des höchsten Gipfels Griechenlands abspielen: Gratwanderungen am Abgrund, Ausloten der eigenen Leistungsgrenzen, Kälte. Verzweiflung, Aufgabe und Freude liegen nahe bei einander. Ja, der Weg auf den Olymp ist steinig und beschwerlich, doch die Götter rufen. Und wer selbst ein Halbgott oder eine Grazie sein will, nimmt so einiges auf sich.

Wir wandern durch unberührte Natur, eine seltsame Stille umgibt uns, Blicke auf das Meer lassen die schmerzenden Füße vergessen. Die Hinweisschilder auf den Pfaden dicht am Abgrund, die den Weg zur Bergstation markieren, machen Mut und wecken Ehrgeiz. Am frühen Nachmittag erreichen fast alle die Bergstation. Wenige von uns machen sich gar auf, noch einige weitere Höhenmeter zu erklimmen, um angeblich bessere Fotomotive zu erhalten. Der Rest stärkt sich mit Salat, Ziegenkäse und Suppe in einer Atmosphäre, die etwas von Abenteuer hat.
Drei Stunden und etliche Blasen an den Füßen später trifft man sich wieder am Bus auf 1100 Meter Höhe. Die vergleichsweise rasante Fahrt ins Tal auf einer wenig ausgebauten Serpentinenpiste lässt kurzzeitig die allgemeine Müdigkeit einer ur-menschlichen Anspannung weichen. Um halb neun erreichen wir unser neues Hotel in Kalambaka. Erst einmal frisch machen, dann Abendessen. Die Beine tun weh, Muskelkater... Der (leider viel zu kalte) Pool auf dem Hoteldach kann nur wenig begeistern; für uns ist der Tag früh zu Ende.

 

Was in den nächsten Tagen folgt, ist wahrhaftig eine Odyssee - von einer Ausgrabungsstätte zur nächsten, von einem Museum zum nächsten. Wir halten durch. Kultur hat schließlich noch niemandem geschadet, denken wir uns. Das antike Orakel von Delphi, das Theater von Epidauros, Olympia, zahlreiche Klöster, Kirchen und Tempel - all das schauen wir uns mit wechselndem Interesse an. Zwischendurch bietet sich immer wieder die Gelegenheit, im Meer oder hoteleigenen Pool zu schwimmen, was die meisten nun gern annehmen.

 

Schließlich haben wir Griechenland fast vollständig von Norden nach Süden durchquert und setzen per Fähre vom Festland auf die Peloponnes über. Am 11. Tag unserer Reise treffen wir in der griechischen Hauptstadt Athen ein, wo wir sozusagen das Standardprogramm für diese Stadt absolvieren. Höhepunkt dessen ist sicherlich die Akropolis mit Parthenon und Erechteion sowie die Agora. Es sind wahrhaft erhebende Momente, durch Säulenhallen zu laufen, die vor mehr als 2500 Jahren für Männer wie Sokrates und Platon Ort uns nicht ganz unbekannter philosophischer Überlegungen waren.

 

In Athen lernen wir Land und Leute kennen und insbesondere die griechischen Vierbeiner scheinen unsere Gesellschaft über alle Maßen zu schätzen. Bevor wir Athen wieder Richtung Norden verlassen, nehmen wir Gipfelstürmer noch mal die Strapazen auf uns und besteigen den Lykabettos, von wo aus wir bei Nacht einen traumhaften Blick über das Lichtermeer einer wirklich europäischen Hauptstadt genießen können.

 

Die beiden letzten Tage unserer Griechenlandfahrt bleiben für die Rückfahrt nach Thessaloniki in zwei Etappen vorbehalten.
Wir haben so viel erlebt. - Viel mehr, als man in einem relativ kurzen Text berichten kann. Eines kann man nicht leugnen: Es war anstrengend! Aber die meisten werden mir zustimmen: Es hat jede Menge Spaß gemacht! Und Halbgötter, Grazien, Musen, Pantokratoren und Olympiasieger kann ja bekanntlich nichts erschüttern ...
Zu Recht die Kult-Tour am Ratsgymnasium Stadthagen ...

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