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500 weiße Rosen gegen das Vergessen (SN, 1.2.17)

Schüler gedenken Auschwitz-Opfern an den Stolpersteinen

STADTHAGEN . Auf die rund 40 kleinen unscheinbaren Mahnmale auf den Straßen der Innenstadt, die der lokalen Opfer des Holocausts gedenken, haben 500 Schüler gestern ein besonderes Augenmerk gelegt. Am 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau legte jeder von ihnen eine weiße Rose nieder. Die Wahl der Blume kommt nicht von ungefähr: „Mit der weißen Rose erinnern wir gleichzeitig an die danach benannte studentische Widerstandsgruppe um die Geschwister Scholl“, erklärt Andreas Kraus vom Förderverein Ehemalige Synagoge, der das Gedenken initiierte. 20 Gruppen zu je 20 bis 30 Schülern des Wilhelm-Busch-Gymnasiums, des Ratsgymnasiums, der Integrierten Gesamtschule und der Oberschule am Schlosspark beteiligten sich an der Aktion und setzten sich auch inhaltlich mit jeweils einem persönlichen Schicksal der jüdischen Stadthäger aus der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. In der St.-Martini-Kirche versammelten sie sich nach den einzelnen Blumenniederlegungen zu einer gemeinsamen Zeremonie, die zwei Gruppen des Ratsgymnasiums gestalteten und die Blechbläser der Schule unter Leitung von Andreas Meyer musikalisch mit vier Stücken begleiteten. Mit Textbeiträgen von Holocaust-Opfern, Überlebenden und deren Nachkommen gaben die Schüler dem historischen Verbrechen eine begreifbare menschliche Dimension. Bereits im Sommer hatte eine Gruppe des Gymnasiums die Gedenkstätte in Auschwitz besucht und sich mit dem Thema befasst. Mit Elijah Schwarz aus Hannover war auch ein Mitglied des Landesverbandes der jüdischen Gemeinde vertreten. Der Kantor mit der Kippa auf dem Haupt gab der Veranstaltung eine besondere Note, indem er auf Hebräisch nicht nur das Kaddisch, das zeremonielle jüdische Totengebet, intonierte, sondern auch ein Lied, das für die jüdischen Häftlinge in den Konzentrationslagern als ein Symbol des Widerstands galt. Pastor Jörg Böversen rezitierte das Gedicht „Einer neuen Zukunft entgegen“ von der NS-Widerstandskämpferin Stefanie Kunke, die nach drei Jahren Haft im Konzentrationslager Ravensbrück in Brandenburg im Dezember 1942 im Alter von 34 Jahren in Auschwitz den Tod fand. „Um dich aber stöhnt der Mensch, schreit auf in tausendfacher Not; getreten, geschlagen, gemartert, gequält nach barbarischer Stunde Gebot“, heißt es in den Zeilen der gebürtigen Wienerin.

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