Home | Unsere Schule | Pressespiegel | Einmalig: Zwei Abi-Durchgänge 1966 (SN 07.05.16)

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Einmalig: Zwei Abi-Durchgänge in einem Jahr

Goldene Hochschulreife des Kurzschuljahres 1966 am Ratsgymnasium Stadthagen weckt vielfache Erinnerungen

VON RENATE JESCHKE W ir haben Monate Zeit gehabt, uns mental auf die Wiederbegegnung nach 50 Jahren einzustellen dank der frühen Einladung und umsichtigen Recherche durch Rolf Aust für den Altschülerbund am Ratsgymnasium Stadthagen (RGS). Und doch verspürte offenbar nicht nur ich eine gewisse Aufregung bei der ersten Begrüßung vor unserer „alten Penne“ inmitten der zunächst fremd wirkenden etwa 70-Jährigen. Prüfende Blicke und Fragen, Erkennen und Erkanntwerden, Überraschung und befrei- endes Lachen bestimmten den Anfang eines vielfältigen Jubiläumsprogramms. Aust, diesmal selbst goldener Abiturient und langjähriger ehemaliger Lehrer am RGS, erläuterte in seiner Begrüßung die Einmaligkeit, dass 1966 gleich zwei Abi-Jahrgänge – im Frühling und Herbst – zu befeiern seien. Der Grund damals war die Einführung von Kurzschuljahren für die Verlagerung des Schuljahresbeginns.

Lehrerpersönlichkeit prägt das Leben als Schüler

Die Einstimmung durch Hornund Klaviermusik von jugend- lichen Preisträgern und die gleichzeitige Foto-Präsentation über unsere ehemaligen Lehrer war ein wunderbarer Beginn für Erinnerungen mit der verblüffenden Erkenntnis, dass unsere „alten Pauker“ auf den Bildern deutlich jünger waren als wir jetzt. Schülerleben verbindet sich unwei- gerlich mit Lehrerpersönlichkeiten, das war den mimischen Reaktionen deutlich anzusehen. Bald tauchten wir ein in unsere schulische Welt vor einem halben Jahrhundert. In dem Referat von Karl-Heinz Pörtge, ebenfalls ein Mitabiturient, ging es um diverse Standortbestimmungen des geografischen Mittelpunktes Deutschlands. Für die Anwesenden stand eindeutig fest, dass dieser zumindest für diesen Tag des Wiedersehens in Stadthagen im Ratsgymnasium lag. Dazu trug auch auf humorvolle Weise Günter Heitmeyer, eine Institution als ehemaliger Schüler und Lehrer, bei, indem er schmunzelnd aus dem Nähkästchen plauderte. Anekdoten vom „Anstaltsleiter“ Dr. Stracke und Kuriositäten aus der Umzugszeit ins neue Schulgebäude sorgten für Heiterkeit und reichlich Gesprächsstoff beim Kaffee. Dabei beglückte uns Aust mit Kopien unserer damals noch notwendigen handschriftlichen Werde- und Bildungsgänge mit beigefügten Beurteilungen der Klassenlehrer, die durchaus ambivalente Reaktionen auslösten. Bewunderung herrschte jedenfalls allerseits für die sorgfältige Archivierung, von der alle „Goldenen“ profitierten, in Form einer eigens gebrannten DVD mit historischen Dokumenten. Nicht nur die von weit her Angereisten ließen sich dann gern auf eine Stadtführung ein, um Altes und Neues zu entdecken. Einheimische freute es, schöne Seiten mit Augen des Besuchers zu sehen.

Zeit und Vergänglichkeit werden bewusst

Beim Abend-Buffet konnte ich die Bemerkung meines Tischnachbarn nur bestätigen: Aus dem ersten Fremdsein war längst wieder die alte Vertrautheit geworden, das Lachen, die Gestik, eigentlich wie früher, auch wenn nicht mehr alle Haare, dafür umso mehr Falten zu sehen waren. Ja, es war ein Bewusstwerden von Zeit und Vergänglichkeit – einige Mitschüler sind bereits verstorben, andere konnten oder mochten nicht anreisen. Und es war ein Gefühl von großer Dankbarkeit für die wie auch immer erlebte gemeinsame Schulzeit, ein wahrer Erinnerungsschatz. Großartig, dass diese Begegnungsmöglichkeit hier so gestaltet wird, fast im Mittelpunkt Deutschlands!

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